mit gesundem Menschenverstand

Wer von euch will einen zweiten Lockdown? Niemand? Gut. Liebe Politikerinnen und Politiker, bitte legt alle für einen Moment Eure Partikularinteressen und Parteibücher beiseite und schaltet Euren gesunden Menschenverstand ein.

«Test – Trace – Isolate» das ist die Strategie, die uns aus der Wirtschaftskrise führt, während wir die Pandemie im Griff halten, denn Gesundheit und Wirtschaft haben zur Zeit gemeinsame Interessen.

Die Angst vor dem Virus muss verschwinden, damit wir wieder mehr konsumieren.

Je mehr wir testen, desto besser wissen wir, wo das Virus wirklich ist, desto präzisere Massnahmen sind möglich. Hört auf zu diskutieren, wer die Tests bezahlen soll – wir Steuerzahler solidarisch aus der Staatskasse natürlich! Für alle. Alles andere ist fahrlässig, weil es falsche Anreize setzt.

Wenn wir wissen, wer infiziert ist, können wir deren Kontakte verfolgen, um weitere Ansteckungen aufzuhalten. Die bekannten Begegnungen findet man mit persönlichem Tracing und die Unbekannten per App. Doppelt genäht hält besser. Aber die Begleitmassnahmen müssen stimmen. Und da klemmts.

Wenn sich alle möglicherweise Infizierten für zehn Tage in Isolation begeben, sind die Ansteckungsketten unterbrochen. Das darf nicht zum Schaden der Arbeitgeber und noch der Arbeitnehmenden passieren. Viele haben Angst vor Lohneinbussen und Jobverlust. Der Erwerbsausfall muss deshalb mittels Erwerbsersatzordnung zu 100 Prozent mit unseren Steuergeldern solidarisch getragen werden. Und die durch das Tracking Gewarnten sollen ein Quarantäne-Zeugnis für den Arbeitgeber erhalten, das sie zur Selbstisolation berechtigt. SO vermeiden wir Missbrauch und Misstrauen.

Wer in Isolation geht, soll sich auch ohne Symptome testen lassen dürfen. Denn niemand will die eigene Familie anstecken.

Der nun vom BAG entwickelte und vom Bundesrat vorgelegte Gesetzesentwurf zur Ergänzung des Epidemiegesetzes verhindert das weitgehend. Leider. Es ist eine Sabotage an einer konsequenten Gesundheits- UND Wirtschaftspolitik und ein Affront für die Menschen in der Schweiz. Liebes Parlament: bitte korrigiert den Zustand in der Junisession mit vereinten Kräften. Danke.

Kolumne von Esther-Mirjam de Boer in der Handelszeitung vom 28. Mai 2020.

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